Gedicht: Krankheit

Die Grippe hat nun auch meinen Körper befallen. Als die Kopfschmerzen, nach Tee und isländischen Pastillen, nachließen, las ich ein bisschen in Scheikh Rumis Mesnewi. Wie wirklich immer entstehen dann eigene Gedichte,.. der größte Poet der Menschheit, das ist Scheikh Rumi! Das Gedicht heißt: Krankheit.

Ich niese, schnupfe und ich schniefe,
Mein Körper krank, mein Herz, es atmet;
Die Krankheit ebnet mir die Tiefe,
Auf die Gesundheit unnütz wartet.

Die Krankheit lehrt, was wichtig ist,
Was mir Gesundheit selten sagt;
Gesunde Körper sind die List,
Ein Narr, wer über Krankheit klagt.

Was ich bedürfe, wer ich bin,
Das Streben nach der Medizin,
Des Menschen Stand, des Lebens Sinn
Steckt in der Krankheit tief tief drin.

Mehr Weisheit als in Goethes Faust,
Den wenge lesen, weniger verstehn,
Erfährt, wer in der Krankheit haust,
Ein Licht keimt auf, wer offen ist, wird sehn.

Und wirksamer als Schillers Briefe,
Durch die sich wenige nur bessern,
Ist Krankheit mir mit ihrer Tiefe…
O Engelsmacht, uns zu verschwistern!

Ein Gedanke zu “Gedicht: Krankheit

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