Gedicht: Tage im Ramadan

Ich weine viel in diesen Tagen,
Denn der Teufel täuscht mich nicht
Mit Argumenten und mit Logik,
Der angeblichen.
Sich hinzugeben ist des Menschen Glück,
Voll Liebe und bedacht,
Nicht überschwänglich –
Die Ruhe ist der Zustand, der
Erfüllend ist; wenn Herzzufriedenheit
Sich einstellt, selbstgewählt, bewusst,
Dann weiß ich sehr genau:
Ein Engel, er hat mich geküsst.
Ich weine viel in diesen Tagen,
Denn Tränen reinigen mein Herz
Von Unrat, der erteilt mir wurde:
„Sich hinzugeben, es ist weise.“
Zu lange hab ich überhört, was dieser Rat
Bedeutet. Siegen ist nicht Ziel auf Erden.
Rilke wusste es, und mehr,
Ich lasse mich besiegen, gerne
Und dadurch überstehe ich den Wandel,
Von Gott initiiert, ich liebe Ihn
Und Ihn zu lieben macht mich herzlich,
Ich spende Freude und empfange sie
Und spende Lächeln und empfange es,
Das ist mein Leben, das bin ich.
Ich weine viel in diesen Tagen,
Wann hast du das letzte Mal geweint,
Lohnt es sich zu weinen nicht,
Um den Erkenntnissen zu öffnen sich?
Ich überstehe meinen Alltag nur,
Weil ich weine,
Geschwister, und wem es ein Gott versagt
Zu weinen, wird Er brechen.
Wem Er zürnt, verbietet Er zu weinen,
Drum bitte ich um Tränen, Herr,
Ich bitte Dich um Tränen,
Lass alle Menschen, die ich liebe,
Lass sie weinen. Dies Bittgebet
Sei mein Geschenk an sie.
Tränen sind das Lebenswasser,
Das uns ewige Jugend schenkt,
Mit dem Allah die Herzen zu Sich lenkt,
Und aussöhnt mit Vergangenem
Und inspiriert zu Künftigem
Und ruhen lässt im Gegenwärtigen.
Ich weine viel in diesen Tagen…

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