Unruhe des Herzens

am

Wenn ich es sage, macht es keine Wirkung,

Wenn ich’s verschweig, plagt Unruhe mein Herz.

Den Harm, den ich im Herzen fühlend trage,

Den kenne ich und kennt mein Herr, Allah.

Fuzuli, osmanischer Poet. Gilt als größter Dichter der Türken.
Ich träume heimlich davon zu versterben,
Um aus dem Erdverlies erlöst zu werden;
Den Wunsch verstehen andre viel zu selten:
Wenn ich es sage, macht es keine Wirkung,
Wenn ich’s verschweig, plagt Unruhe mein Herz.
 
Und lebend zu versterben ist mein Traum:
Ich sterb mit Liebchen nur in einem Raum,
Will ihr mich geben, schenken… glaub es kaum;
 Wenn ich es sage, macht es keine Wirkung,
 Wenn ich’s verschweig, plagt Unruhe mein Herz.
 
 Ich fürchte keine Zukunft, keine Armut,
 Denn einer ist’s, der allversorgt, mit Anmut
 Und mich befällt ein peterpan’scher Anflug;
 Wenn ich es sage, macht es keine Wirkung,
 Wenn ich’s verschweig, plagt Unruhe mein Herz.

 Und Menschen nennen’s wahnsinnig, verrückt,
 Die Lebensart, die all mein Sein beglückt,
 Sie sagen ich, nein sie sind’s die entrückt;
 Wenn ich es sage, macht es keine Wirkung,
 Wenn ich’s verschweig, plagt Unruhe mein Herz.
 
 O Allah, Herr, mein Schöpfer, Urverstand,
 Nur Du weißt, wer mit Weisheit ist verwandt,
 In Deutschland ist all dies noch unbekannt:
 Wenn ich es sage, macht es keine Wirkung,
 Wenn ich’s verschweig, plagt Unruhe mein Herz. 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s