Prospero oder Shakespeares letzter Zauberspruch

am
Der Welt zur Würde zu verhelfen,
Schwang ich den Zauberstab, den Stift,
Mithilfe der Magie der Elfen
Verwörtlichte ich des Himmels Angesicht.

Die Dichtkunst ist der Welt ein Spiegel
Und gleichzeitig ein Traum, Vision;
Sie ist der Welt des Himmels Siegel –
Die Narren bezeichnen sie als bloße Fiktion.

Nur wer ihr lauscht, befreit vom Joche sich,
Vom Joch der Alltagsweltlichkeit,
Wer lauscht, lebt höchst verwunderlich
Und wird ein Muster nicht nur für diese Zeit.

Die Wahrheit lebt in Mythen und in Sagen
Mehr als in Büchern der Geschichte;
Du kannst die Sufis gern befragen –
Sie lehrten wie Novalis mit Gedichten.

Der Mythos lehrt, was Wissenschaft
Nie lehren kann, nicht lehren muss,
Der Mythos lehrt Gewissenschaft –
Mir und der Menschheit zum Genuss.

Romantisiere klassisch, welche Höhe
Erlangt dein Herz und die Gesellschaft;
Und wer dich treffet, sagt: ich sehe –
Dies ist des Romantisierens Zauberkraft.

Ein letzter Spruch, der Bann zerbricht
Und führt die Menschenwelt zu Wundern –
Schau was ich tat: Der Stift zerbricht.
Ich reihte mich zu den Verkündern.

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