Flügelschlag (46) – Über Selbstgerechtigkeit

Mit dem Namen Allahs, des Königs aller Könige, des Herrschers am Tage des Gerichts,

sein Leben zu romantisieren bedeutet nicht, alles durch eine rosa Brille zu betrachten. Romantisiert, d.h. gottesbewusst zu leben, bedeutet sich selbst zur Rechenschaft zu ziehen; noch bevor wir zur Rechenschaft gezogen werden.

Mangelt als an Selbstkritik, so mangelt es an Selbsterziehung und -entwicklung. Es folgt Selbstgerechtigkeit. Wir sehen uns selbst nur noch als im Recht an, als würden wir alleinige Repräsentanten von Wahrheit und Schönheit, Recht und Ordnung sein. So tat es einst Karoline Herder. Dies drückte sich in selbstgerechten Verhaltensweisen und Äußerungen aus. Deshalb schrieb Goethe, der auch durch seinen erhabenen Charakter auf seine Gesellschaft wirkte: „Wie ich Ihre heftigen, leidenschaftlichen Ausfälle, Ihren Wahn, als wenn Sie im vollkommensten Rechte stünden, Ihre Einbildung, als wenn niemand außer Ihnen Begriff von Ehre, Gefühl und Gewissen habe, ansehen muss, das können Sie sich vielleicht einen Augenblick vorstellen.“
Sind wir selbstgerechte Menschen, blind für das eigene Unrecht oder ändern wir unser Verhalten, Sprechen, Auftreten?

Allah sagt im Koran: „Bei dem Ich, das sich selbst tadelt!“ (arab. Nafs Lewwame) – Theologen im Osmanischen Reich sagten, wer auf dieser Stufe stirbt, geht ohne Abrechnung ins Paradies ein… wo ist der Held, die Heldin, die sich selbst tadeln? Wo sind die Menschen, die den Mut haben in den Spiegel zu blicken? Wo sind die Menschen, die die Kraft haben, dem Blick in den Spiegel standzuhalten? Möge Allah teala uns den Mut und die Kraft geben… (Amin)

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