Flügelschlag (37)

Der heutige Flügelschlag ist ein Gedicht von mir, das ich als Echo auf ein Gedicht des türkischen Poeten Abdurrahman Karakoç schrieb:

Mit dem Namen Allahs, des Ur-Bewahrenden, des Ur-Sanftmütigen,

Sitz in seinem Schatten, doch vermeide,
Dass sich der Baum von dir gekränkt fühlt.
Sei in der Gesellschaft, doch vermeide,
Dass sich ein Herz von dir gekränkt fühlt.
Teile, was du fühlst und denkst, doch meide,
Dass sich ein Mensch von dir gekränkt fühlt.

Rieche an der Rose, doch vermeide,
Dass sich der Dorn von dir gekränkt fühlt.

Lang und voll Strapazen sind die Wege;
Wenn es dir bestimmt dich hinzulegen,
So kränke nicht das Schicksalsmesser,
So empfängst wie Ismail du Segen.

Wenn in dir erwacht und reift die Liebe,
Vermehren sich die Schicksalsgaben.
Wenn du lernst zu lieben Schicksalshiebe,
Verschwinden alle Schicksalsplagen.

Melde dich, wenn sie dich suchen,
Antworte schön, wenn sie dich fragen,
Teil mit Nächsten deines Herzens Kuchen,
Die Fernsten sollen nicht gekränkt sein.

Lass nicht Staub sich auf dir bilden,
Das Recht des Volkes würd verletzt sein.
Forme dich zum Edlen aus dem Wilden,
Die Menschheit würde sonst gekränkt sein.

Reine dich, bevor du wirst beerdigt,
Die Erde soll sich nicht gekränkt fühln.
Pflanze Blumen in dein Herz ein,
Der Regen soll sich nicht gekränkt fühln.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s