Europa oder Voltaire, der Heilige

Die ganze Erde leuchtet beinahe schon von Voltaires Klarheit!
Und wie scheint dies immer fortzugehen! Wo kommen nicht europäische Kolonien hin und werden hinkommen! Überall werden die Wilden, je mehr sie unsern Branntwein und Üppigkeit liebgewinnen, auch unsrer Bekehrung reif! Nähern sich, zumal durch Branntwein und Üppigkeit, überall unsrer Kultur – werden bald, hilf Gott! alle Menschen wie wir sein! gute, starke, glückliche Menschen!

Johann Gottfried Herder: Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit
Während die Welt politisch verkümmert, erfasse ich Geister,
Lerne den Menschen zu sehn, licht und wie er so ist:
Deutsche, so elend, man ist so beschränkt voll politischer Meiner,
Goethe und Schiller, ihr Geist, fristet ein Dasein, verwaist.

Böse sind andre, die Nicht-Europäer wissen von Freiheit
Wenig und weniger, nichts! Seichtestes Credo der Welt!
Herzlich und kühn gestatte ich mir die unfreie Freiheit,
Selbstgewählt und voll Lust liebe ich Selbstlosigkeit.

Journalisten, die Heiligen, sie schreiben und schreiben die Meinung,
Jede, nur sei sie genehm schützend Voltaire, o Prophet.
Heilger Voltaire, erhöre, an Altären der mündigen Zeitung
Opfern wir fremden Genuss, jeder muss stöhnen wie wir.

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