Flügelschlag (10) – Schaikh Edebali spricht

Mit dem Namen Allahs, des Gütigen, des Barmherzigen,

diese Lebensreise traten wir an kommend von unserem Schöpfer und reisen hin zu unserem Schöpfer. Wir sind nicht die ersten, die diese Reise antreten. Vor uns kamen und gingen bereits sehr kluge Menschen. Johann Wolfgang von Goethe war einer von ihnen. Er liebte es, sich Ratschläge vorangegangener Menschen mit Größe einzuholen und war dankbar, wenn aus anderen Glaubensgemeinschaften und Kulturen übersetzt wurde. So das „Buch Kabus“. Es ist Anstandsliteratur und er liebte sie! Wer weise ist, lernen wir von Goethe, lernt von anderen Weisen.

Leider gibt es wenig türkische Anstandsliteratur auf Deutsch. Drum möchte ich tun, was Goethe sehr erfreut hätte: Ratschläge des großen Sufis Edebali übersetzen. Er beriet Osman Gazi, den Begründer des Osmanischen Reiches. Ich übersetze und versifiziere, auf dass es besser auswendig gelernt werden kann und kunstvoller ist. Möge uns sein Rat erleuchten, zu besseren Menschen machen und uns helfen neue Gewohnheiten zu entwickeln:

Schaikh Edebali spricht:

Ein Tier, das stirbt, es hinterlässt
Kadaver und es wird ersetzt.
Ein Mensch, der stirbt, er hinterlässt
Das Werk, das er ins Dasein setzt.
Beweinenswert ist nicht, wer stirbt,
Wer kein Werk hinterlässt, er ist’s!
An wen sich nicht erinnert wird,
War er ein Mensch? frag ich – ihr wisst‘s!
Es ist die Pflicht das fortzuführen,
Was dein Vorgänger hinterließ.
Das Erbe achtend sich zu rühren,
Macht unser Sein zum Paradies.

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