Sulaiman, der Prächtige, dichtet

Wir haben Geldsorgen. Wir denken mit mehr Geld würden sich unsere Probleme lösen. Wir denken mit mehr Macht würden sich unsere Probleme lösen. Der Mann, der der mächtigste seiner Zeit und auch der reichste seiner Zeit war, sagt etwas anderes. Wenn wir es sagen würden, könnte eingewandt werden, dass wir Geld und Macht kleinreden, weil wir beides nicht in so hohen Maß besitzen. Wenn der mächtigste und reichste Mann seiner Zeit dies sagt, gewinnt es plötzlich gewaltige Aussagekraft. Lauschen wir Muhibbi, d.h. dem Liebenden, wie der prächtige Sulaiman sich nannte:

 Aus Sicht des Volks ist nichts begehrenswerter als die Herrschaft:
Jedoch die größte Macht, sie ist ein Atemzug Gesundheit.

Was Sultanat sie nennen, es ist bloß ein Kampf um Erde:
Kein größres Glück und Schicksal gibt‘s als Allah nah zu sein.

Lass sein genusssüchtigen Konsum, denn übel ist sein Ausgang,
Willst ewigen Geliebten du, wie Dienst für Gott gibt‘s kein.

Auch wenn dein Leben grenzenlos wie Sandkörner an Zahl wär,
Käm‘s auf des Weltrads Boden nicht wie eine Stunde vor.

Wenn du, Muhibbi, willst zufrieden leben, üb Verzicht:
Mit nichts wird Gott sich angenähert wie dem Rückzugshort.

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