Pechschwarz

am

Ich habe nie einen moralwütigen Menschen getroffen, der nicht herzlos, grausam, rachsüchtig, strohdumm und ohne die geringste Menschenliebe gewesen wäre. Sogenannte moralische Menschen sind wilde Tiere. Lieber hätte ich fünfzig unnatürliche Laster als eine unnatürliche Tugend. Denn die unnatürliche Tugend macht denen, die Leid tragen, die Welt zur vorzeitigen Hölle.

Oscar Wilde
Ergeben und niedergeworfen im Gebet,
Glaubensbekenntnis und Segenswünsche;
Es ist schon sehr spät,
Ich bin im Park auf einer Wiese.

Und plötzlich
Erfüllten sich alle Gebete und noch mehr:
Haar pechschwarz und Augen eismeerblau,
Sie kühlten mit nur einem Blick mein Feuer –
Lächeln wie eine schutzbedürftige Löwin,
Doch nicht sie bedurfte Schutz,
Nein, ich war’s, war in der Falle,
Sie sagte: Ich weiß, dass ich dir gefalle. 
Ich bin nicht gläubig, keine Sorge,
Ich weiß, dass Gläubige keine Liebe borgen.
Ich gebe dir, was Tugendhuren
Dir niemals geben würden:
Ich respektiere dich,
Und nicht bloß, wenn du mich erfüllst –
Ich spreche nicht von Rechten,
Ich liebe und wer liebt,
Gibt sich selbstverloren hin,
Ich werde lieben
Und vor allem
Zaubere ich dir ein Lachen aufs Gesicht,
Was Tugendhuren niemals tun,
Weil sie mit Fordern nur beschäftigt sind. 

Ich schenke dir mehr Wärme als
Die Moralisten, mangelnde Ästhetik,
Und versprochen falls
Du willst, erwärm ich dich mit meiner Phonetik.

Worte ausgesprochen, und mein Herz erbebte
Wie Chili im Jahr 1755…
Umgewertet waren alle Werte;

Der kalte Tag, Mitte August war’s,
Sternenklar, keine Wolken,
Der Mond so klar, wie ihre
Aufrichtigkeit, was sie wollte,
Sie sprach es aus, 
Sie wollte den Dichter, der sie rühmt,
Wie keiner zuvor es tat!
Ich konnte dienen –

Lange Nächte, viel zu schreiben,
Und sie brachte die Inspiration,
Kein Gefluche, kein Geheuchel,
Ach könnte sie doch immer bleiben
Und ich, ich schrieb ihr die Gedichte:

Haar pechschwarz, Augen eismeerblau,
Ein Blick so lähmend wie Medusa,
Audrey Hepburn, eine elegante Frau,
Mal gläubig und mal ungläubig wie Lampedusa…
Heiße Nächte wie in Córdoba,
Als Wallada noch dichtete
Und Männertriebe richtete –
Vergiss Moral, vergiss die Sitte,
Wer heut moralisiert, gibt dir morgen Tritte –
Du gibst mir mehr
Als alle die bedeckten,
Dein Herz ist, ist so liebesschwer und
Du sagst, du seist verdorben und befleckt,
Verdorben ist, wer dich nicht liebt,
Verdorben im Geschmack… –

Ich schenke dir mehr Wärme als
Die Moralisten, mangelnde Ästhetik,
Und versprochen falls
Du willst, erwärm ich dich mit meiner Phonetik.

Ergeben und niedergeworfen wie im Gebet,
Glaubensbekenntnis und Segenswünsche;
Es ist schon sehr spät,
Wir sind im Park auf einer Wiese.

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