Freitagsflügel – 24.07. – Der Geburtstag

am

Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

„Mein Herr! Weite mir meine Brust und erleichtere mir meine Aufgabe und löse den Knoten meiner Zunge, damit sie meine Rede verstehen mögen.“

Am 24.07.1904 schrieb Rainer Maria Rilke an seine Schwester:

Das Wort muss Mensch werden. Das ist das Geheimnis der Welt!

Mensch werden. Das ist der Lebenssinn. Das Wort durch Handlungen ausdrücken. Lauter zu sprechen als es mit der Zunge je möglich ist: nämlich durch Zustände. Damit ein Wort Mensch werden kann, muss es zuerst erhört werden. Aus diesem Grund beginnt der bedeutendste Dichter der Weltgeschichte Mewlana Dschelaleddin Rumi sein Hauptwerk mit dem Wort: „Bischnev“ – „Lausche…“ 

Und der Mann, von dem Mewlana Rumi, möge Allah ihm barmherzig sein, sagt, dass er von ihm alles habe, sagt in seinem bekanntesten Werk:

„Und dann verstehe die Worte ohne Aussprache und Laute, verstehe ohne deinen Verstand und höre ohne deine Ohren zu gebrauchen.“ (Feriduddin Attar: Die Konferenz der Vögel, Der Anfang des Buches)

Wenige Worte reichen dem Menschen, wenn er lauscht.

Welche Worte beleben meine Handlungen?

Wenn mein Leben ein Roman wäre, würde ich ihn lesen wollen?

Hätte mein Roman des Lebens das Potential verfilmt zu werden?

Wenn ich anderen Geschöpfen regelmäßig Schwierigkeiten bereite, war es gut, dass ich geboren wurde?

Himmel, o Hölle! sagt mir! War’s gut, dass geboren ich wurde,
Sag es mir: Liebst Du mich Herr! Liebst Du Dein’ sündigen Knecht….
Danke o Brüder, o Freunde! Danke, dass ihr mich so liebtet,
Danke, dass ihr mich so liebt trotz meiner Sünden… o Herr!

Die Fragen zu leben ist oftmals bedeutender und gewichtiger als Antworten zu geben.

Zähle ich die Tage oder die Augenblicke, an die ich mich der Liebe voll, zurückerinnere?

Wenn ein Mensch drei Tage mit mir verbringt, ist er dann glücklicher, einfühlsamer und wissender?

Oder ist mein Leben ein Beispiel dafür, wie das Leben anderer destruiert wird?

Bedeutet Schmerz für mich Lehre oder Leid?

Was zeichnet meine drei besten FreundInnen aus?

Schöpfen die Geschöpfe Allahs, des Majestätischen, Mut und Hoffnung, wenn sie von mir hören?

Nach wessen Aufmerksamkeit sehne ich mich?

Das Like welcher Person in den sozialen Medien zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht und erfüllt mich?

Bin ich gewillt zu lieben, als ob ich nie verletzt wurde?

Was würde Allah, dem Allschönen, gefallen?

Was bewegte mich dazu heute morgen aufzustehen?

„Gibt dein Herz nur der Liebe zu denen, deren Herzen froh sind. Gehe nicht in die Nähe der Verzweiflung; es gibt Hoffnungen. Gehe nicht in Richtung Dunkelheit: es gibt es Sonnen. Das Herz führt dich in die Nachbarschaft der Herzensmenschen; der Körper führt dich in das Gefängnis von Wasser und Erde. Oh, ernähre dein Herz von jemandem, der mit dir übereinstimmt; gehe und suche bei einem Fortgeschrittenen geistigen Fortschritt.“ (Mewlana Rumi: Mesnevi, Band 1, Verse 723ff)

Wenn ich täte, was ich liebe, wer wäre meine Gesellschaft?

Was wünsche ich mir von meinem/r Partner/in – tue ich es selbst?

Tue, was du liebst und Menschen werden in dein Leben treten, die dich für das lieben, was du tust. Veränderung beginnt in dir.

Wenn dir jemand näher kommt, welchen Lebensgewohnheiten kommt sie oder er dann näher? – Leidenschaftlichem Handeln? Lästereien? Jammern über das Verhalten anderer? Zeitlosem Helfen? 

Belüge dich nicht: Du bist, was du likest, teilst und kommentierst.

Was ist deine größte Angst? 

Einsamkeit ist ein Segen. Verluste sind ein Segen. Armut ist ein Segen.

Einsamkeit bedeutet Selbsterkenntnis. Verluste bedeuten Neubeginn. Armut bedeutet Gottvertrauen. 

Wenn du die Möglichkeit hättest, allen Menschen auf dieser Welt zu helfen – den Bedürftigen, den Einsamen, Verlassenen – würdest du es tun? – Allah ist barmherziger als du.

Sei anderen die Inspiration, die du dir wünschst in deinem Leben.

Es gibt auf dieser Erde nicht die Wahrheit – es gibt nur Perspektiven.

Wer den Geschöpfen Allahs helfen möchte, muss sie lieben.

Lieben bedeutet Fehler bewusst zu ignorieren. 

Liebe, die nicht respektiert wird, erzeugt Abneigung.

Liebe; wenn du es nicht kannst, respektiere; wenn du auch dies nicht kannst, verlasse die Gesellschaft, in der du nicht du selbst sein kannst. – 

Warum bin ich hier? Warum schreibe ich diese Worte? Was erhoffe ich mir dadurch? Damit du erkennst, wer du bist und deine Mitmenschen durch dein natürliches Dasein und Wirken bereicherst – wer um des Schöpfers willen Seine Geschöpfe bereichert, ist ein Auserwählter. 

„Es gibt nichts Schöneres, als geliebt zu werden, geliebt um seiner selbst willen oder vielmehr: trotz seiner selbst.“ (Victor Hugo)

„Auch zu lieben ist gut: denn Liebe ist schwer. Liebhaben von Mensch zu Mensch: das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist.  Darum können junge Menschen, die Anfänger in allem sind, die Liebe noch nicht: sie müssen sie lernen.“ (Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter)

Warte nicht auf eine/n Partner/in – sie oder er ist auf dem Weg.

Mache deinen Selbstwert nicht von Menschen abhängig – was du denkst, tust und fühlst, gibt dir Wert. 

Lebenssinn kann dir kein Mensch geben, wohl aber dir helfen deinen Lebenssinn zu erkennen. 

Ein Gotteshaus ist leer, wenn die Herzen, die es besuchen nicht mit Bedeutung anfüllen. 

Ein Gotteshaus kann nicht mit Bedeutung gefüllt werden, wenn die Menschen ihr Herz nicht mit Bedeutung anfüllen.

Jeder Mensch hat die Aufgabe das eigene Herz mit Bedeutung anzufüllen.

„Alles, was du tust, ist letzten Endes unwichtig; aber es ist sehr wichtig, dass du es tust, denn niemand sonst wird es tun….“ (aus dem Film: Remember Me)

Möge Allah teala uns verzeihen. Nicht weil wir es verdienen, sondern um Seiner Barmherzigkeit an uns Ausdruck zu verleihen… (Amin)

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