Der junge Gelehrte

am
Keine Zahlen, keine Fakten
Machen aus mir ein' Gelehrten;
Was soll ich mit Artefakten?
Wer sich kennt, wird zum Erwählten.

Viele Wünsche, viel Begehren,
Welches dieser Dinge bin ich?
Lobeshymnen sind bloß Mären,
Wer sich kennt, wird alsbald lieblich.

In mir sprechen viele Stimmen,
Herz und Ego, Seele, Triebe;
Wie kann ich das Falsche dimmen?
Wer sich kennt, fügt sich der Liebe.

Wer sich kennt, kennt alle Welt,
Ist doch die Natur stets gleich,
Wie ein Mensch sich selbst verhält,
– Ohne Wertung – macht ihn reich!

Wer sich kennt, der wertet nicht,
Da die Wertung nichts verbessert;
Akzeptanz, sie ist das Licht,
Dass die Menschen stets verschwistert.

Wer sich kennt, hilft andern Menschen
Selbsterkenntnis zu erlangen.
Wer sich kennt, wird gleißend glänzen,
Das Vergangne bleibt vergangen.

Ach, was nützen mir die Schätze,
Wenn ich fern vom Herzen lebe,
Wenn ich andre bloß verletze,
Wenn ich nicht, was ich hab, gebe?

Keine Zahlen, keine Fakten
Machen aus mir ein' Gelehrten;
Was soll ich mit Artefakten?
Wer sich kennt, wird zum Erwählten.

Yunus Emre ist mein Meister,
Aus der Zeit kam er gereist!
Er ist dichter, er ist weiser:
Folg dem Weg, den er dir weist…

– Der junge Gelehrte

Ist denn das Weltall nicht in uns? Die Tiefen unseres Geistes kennen wir nicht. — Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten.

Novalis

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